25.01.2024
Lattich in Schieflage

Ob es der Sturm war? Oder der wütende Tritt eines besorgten Mitbürgers, der so unordentlich herumstehende Bäume als Stolpergefahr für betrunkene Nachtspaziergänger ortet? Wie es auch immer passiert ist, seit einigen Wochen steht dieser Baum beim Urbanen Grünatelier sehr schief. Und damit ebenso das Häuschen, welches darin versteckt den Vögeln Unterschlupf gewährt. Stört es die Vögel? Wohl kaum. Sie sind sich Schräglagen gewohnt, haben die Fertigkeit entwickelt, sich immer wieder neu einzurichten und Herausforderungen aus einer übergeordneten Optik anzugehen. Aber auch der Baum macht gar keinen schlechten Eindruck. Er nutzt Schieflagen für neue Wachstumswege.

Der Lattich besteht aus zwei Komponenten, der Pionierzone, heute Wucherzone genannt, welche den Urlattich darstellt und dem gelben Bau, der daraus erwachsen ist. Beides gehört zusammen. Fast zufällig ein wenig wie der schiefe Baum und das Vogelhäuschen auf dem Bild: Das Häuschen markiert Standhaftigkeit, das Wurzelwerk, welches es trägt, droht – weniger durch schweren Schnee und Stürme, sondern vielmehr durch erfolgreiche Interventionen besorgter Einsprecher und offizieller Zögerer –  zu kippen.

Doch Hand aufs Vogelhäuschen: Wen stört verkrampfte Geradlinigkeit, wenn er fliegen kann?

Mit munteren Grüssen aus der Schieflage

Einer vom Container

 

27.11.2023
Zwischennutzungsweihnachtslied:

Solange eine Stadt
noch Lattich hat
ist Licht in ihren Nischen.

Das strahlt nicht nur zur Weihnachtszeit wenns tut dem Business nutzen,
nein, Lattichs Leuchten blinkt und freut und nutzt

still im Dazwischen

Mit leuchtenden Grüssen
Einer vom Container

2.11.2023
Zwischennutzung auf dem Güterbahnhofareal will wachsen

Zwischennutzung auf dem Güterbahnhofareal will wachsen, doch Einsprecher wehren sich: Die Zeit läuft gegen das Lattich-Quartier

Der Verein Lattich möchte die Umgebung des gelben Modulbaus auf dem Güterbahnhofareal St.Gallen neu gestalten. Doch zwei Einsprecher wehren sich gegen diese Pläne.

…..den ganzen Artikel aus dem St. Galler Tagblatt vom 26.10.2023 findet ihr hier: Wucherzone_Zeitungsartikel_SGTagblatt

31.10.2023
Geschrei im Lattich!!

Es ist beileibe keine Stille, die dich umfängt, wenn du im Lattich das Örtchen aufsuchst, welches selbige versprechen täte: Gleich nachdem du die Türe geöffnet hast, wirst du von angebrüllt von einer bunten Menge Plakaten und trotz ihrer unterschiedlichen Ankündigungen schreien doch alle dasselbe:
SCHAU MICH AN!!
Selbst wenn du dann drinnen auf der Schüssel sitzst, bleibst du nicht verschont von einem brachialen Überschwang an Attraktivität –  hoffentlich hast du deinen Kalender bei dir, denn jetzt solltest dringend dates saven. Endlich kannst du die Zeit, die dir die Natur Mensch raubt, sinnvoll nutzen.
Ja, das menschliche Bedürfnis raubt dir Arbeitszeit, aber die Event – Ankündigungen kündigen deiner Musse. Aber verzweifle nicht: Schon ein Stockwerk höher kündigt dir niemand mehr…

Einer vom Container

 

28.08.2023
Gleich ums Eck…

Dass im Lattichgarten nebst Blumen, Kräutern, Beeren und Ideen auch munter verschiedenste Klaviere spriessen, ist ja wohlbekannt. Nun hat sich eben ein neuer Sprössling eingenistet – diesmal im Lattichbau, da, wo zwischen Schaltafeln ein Stück Süditalien wohnt: Im o`pulia. Im neu gestalteten Raum gibts ab jetzt nicht nur italienische Köstlichkeiten, sondern eine kurzweilige Möglichkeit, spannende Menschen und ihre musikalischen Spiegelbilder kennenzulernen: Mit „ACCANTO“ eröffnen Ursi und Piero eine monatlich stattfindende Gesprächsserie, in deren Mittelpunkt jeweils Menschen stehen, die im Lattich arbeiten und wirken: Accanto bedeutet soviel wie „Gleich um die Ecke“… siehe unten im Veranstaltungskalender

Mit Grüssen ums Eck und Wünschen über den Tellerrand
Einer vom Container

22.06.2023
Ein Nickerchen im Lattich

Müde? Gestresst? Schlaff? Im Lattich findest bestimmt auch du ein gemütliches Plätzchen zum Entspannen und Regnerieren. Und nicht selten trifft man dabei auf sehr interessante Gesprächspartner.
Sofern sie wach sind.

Mit herzlichen Grüssen
Einer vom Container

2.06.2023
Des Lattichs neue Kleider

Lattich sind passende Hüllen nicht wurscht. Während im Bauwagen von „Gwand für Hand“ Kleider nach persönlichen Wünschen gefertigt werden, sich Eltern bei Fridas Kinderbörse sorglos darüber freuen dürfen, dass ihre Kinder ständig wachsen und ein, seit Kurzem aufgestellter, mobiler Kleiderschrank den spontanen Wechsel des eigenen Outfits ermöglicht, ist und bleibt Raphi der wahre Kompromisslose, indem er dir deine neue Hülle direkt in die Haut tatootet:
Ein frischer Look schafft neue Horizonte!
Genau aus diesem Grund ist auch Lattich derzeit intensiv daran, sich ein neues Kleid zu schneidern – dieses Gwand wird dann aber weniger von Hand, als vielmehr von einem starken Kran zusammengefügt werden. Wir halten euch auf dem Laufenden.
A propos frischer Look: Das Einzige, was mir diesbezüglich im Lattich noch fehlt, ist – unter freiem Himmel und mitten auf der Allmend – ein waschechter Barbier!
Natürlich müsste er singen!
Interessenten melden sich bitte (mit Stimmprobe) bei

Einem vom Container

27.04.2023
Die Schönheit inzwischen

 

Würde mich jemand fragen, welches die häufigste Frage sei, die im Lattich gestellt werde, würde ich meinen, es sei wohl die Folgende:
… Und was soll denn daraus werden…?
Wir sind ja nur eine Zwischennutzung, da ist diese Frage natürlich irgendwie verständlich, Lattich hat ein Ablaufdatum – also bitte, was soll denn nachher werden? Es gibt nun aber nicht wenige Lattichisten und Latticheusen, die sich bei allen visionären Ideen im Dazwischen pudelwohl fühlen und mit dem Unfertigen eine Schönheit erschaffen, die durchaus schon ein ersehntes Endprodukt darstellen könnte. Wer zum Beispiel derzeit durch den Lattich wandelt, kann staunend vor etwas stehen, was noch nicht ist: Die behäbigen, freundlichen Wesen im weissen Anzug und mit den gelben Kravattten erfreuen jetzt schon, obwohl ein Wandeln erst für später vorgesehen ist…

Schöne Grüsse inzwischen

Einer vom Container

31.03.2023
MEHR LATTICH ALS KULTURELLES NAHERHOLUNGSGEBIET

Das Kuratoren-Team Barbara Tacchini und Roman Rutishauser nimmt ab April alte und neue Fäden auf.

Im Auftrag des Vereins Lattich haben der Musiker und Gründer des KunstWerkPlatzs Roman Rutishauser (romanrutishauser.ch) und mit Blick von aussen die Regisseurin und Dramaturgin Barbara Tacchini (barbaratacchini.ch) ein Szenario entwickelt, um den Lattich weiter als inspirierenden und immer wieder aufs Neue überraschenden Ort zu etablieren, einen öffentlichen, künstlerischen (Spiel-) Ort, kurz:
Ein kulturelles Naherholungsgebiet für alle.

Ab April machen sie sich daran, das Szenario schrittweise umzusetzen. Es werden drei verschiedene Aktionsstränge miteinander und ineinander verwobenen:
Künstlerische Interventionen von KünstlerInnen oder Künstlergruppen, welche vom Lattich als Ort inspiriert sind. Sie knüpfen an den KunstWerkPlatz von Roman Rutishauser und verbreiten sich von dort aus, sind terminlich gesetzt und öffentlich kommuniziert. Rund um diese «Leuchttürme» herum wuchern zufällige, spontane Ereignisse, «Wildwuchs», welche von Menschen organisiert und realisiert werden, die bereits im Lattich ansässig sind. Diese Ereignisse sind offen für PassantInnen, werden aber nirgends im Voraus kommuniziert. Man kann immer mal mit einer Überraschung rechnen, wenn man den Lattich besucht oder durchquert. Zudem soll der Lattich mit seiner Infrastruktur und Atmosphäre noch mehr Menschen von aussen dazu einladen, ihn auch gerne als öffentlichen, temporären Arbeitsort zu benutzen, sei es für künstlerische Projektentwicklungen, zum Schreiben oder Erholen.
Das Kuratoren-Team entwickelt Ideen, ist grosses Ohr, beobachtendes Auge, fragender Geist und hütet bzw. schafft Schnittstellen und stellt Finanzierungsanträge für die Interventionen, welche für 2024 geplant sind.

Wer sich beteiligen möchte, wer Vorschläge, Fragen, Kommentare hat, wende sich an:
Barbara Tacchini, 077 520 51 46, barbara.tacchini@gmx.de
Roman Rutishauser, 079 314 05 86, info@romanrutishauser.ch