11.06.2026
10 Jahre Lattich

 

 

Der Verein Lattich feiert sein 10-jähriges Bestehen – und lädt die ganze Stadt zum Mitfeiern ein.

Unter dem Titel «10 Jahre Lattich – ein Gartenfest» laden der Verein Lattich, HEKS Neue Gärten und Urbanes Grün Atelier am Samstag, 8. August 2026, zu einem ganztägigen Fest voller Begegnungen, Musik und Genuss für alle ein.

 

Wuchern seit 2016

Was 2016 in der alten SBB-Cargohalle begann, hat sich längst weiterentwickelt: Seit 2018 wächst und gedeiht der Lattich im markanten gelben Modulbau an der Güterbahnhofstrasse. Der Holzbau mit seinen 45 Modulen ist heute Heimat für eine bunte Vielfalt an Menschen, Ideen und Berufen.
Hier wird gestaltet, gearbeitet, verkauft und diskutiert. Von Psychologinnen über Architekt*innen, von apulischen Spezialitäten bis zu handgefertigten Möbeln: Der Lattich ist ein Ort, an dem Vielfalt sichtbar und erlebbar wird. Und wo neben Projekten auch Freundschaften entstehen.

 

Das Gartenfest

Zum Jubiläum öffnet der Lattich zusammen mit HEKS und Urbanes Grün Atelier seine Türen und Gärten für alle. Gemeinsam mit Initiant*innen und Wegbegleiter*innen wird gefeiert, was diesen Ort ausmacht: Kreativität, Gemeinschaft und Begegnung. Ein buntes Musikprogramm sorgt für Stim- mung auf dem Areal, während Sauerteigpizza und weitere Köstlichkeiten den genussvollen Lattich präsentieren. Im GanzOhni gibt es italienischen Caffè und Kuchen für unverhoffte Begegnungen im Garten oder auf der Terrasse. In der Kinderecke gibt es Kreide, Kies und Krimskrams. Zwei Ausstellungen begleiten den Tag sowie weitere Programmpunkte für Eltern und Kinder stehen auf dem Programm. Ein offenes, farbenfrohes Fest für alle, die den Lattich kennen, lieben oder neu entdecken möchten – ein Tag der offenen Türen, Gärten und Begegnungen. Bei nassem Wetter ist eine trockene Alternative geplant.

 

26.05.2026
Jahresbericht 2025 (HV Verein Lattich)

Umbruch und Abbruch, Abschiede und Chancen, Winterschlaf und Wuchern – ein emotionales 2025

Das Vereinsjahr 2025 war eines der vielen Emotionen. Bereits im Jahr 2024 zeichnete sich ab, dass das Wuchern, wie man sich das einmal vorgestellt hatte, wohl nicht stattfinden kann. Obwohl die Visionen zu Ideen wurden, Ideen zu Projekten, Projekte zu Bauplänen, wurden die kreativen Macherinnen und Wucherer auf die Probe gestellt. Aufgrund von Einsprachen mussten neue Ideen weiterziehen und konnten nicht im Lattich keimen. Das schmerzt und Chancen wurden verpasst. Bereits stark verwurzelten Lattichianerinnen und Lattichianern wehte ebenfalls ein rauer Wind entgegen, was dazu führte, dass einige ebenfalls den Kopf für neue Projekte frei machten. Was heisst das konkret? Es wurden gemeinsam verschiedene Szenarien entwickelt – von der Auflösung des Vereins über eine personelle Veränderung war vieles dabei.
Im Sommer 2025 trat dann der gesamte Vorstand zurück – auch das Tagblatt berichtete darüber. Die Resonanz auf den Artikel zeigte, dass die Sympathien für den Lattich nach wie vor sehr gross sind. Der Verein wurde als Vehikel für die Pacht des Umlandes behalten. Im Winter 2025 zügelte dann Hannes Rutishauser seine „Sparking Ranch“ und mit ihm das zweitletzte Projekt des Vereins Lattich. Es stellte sich die Frage: Was ist der Verein Lattich überhaupt noch? Jede Brache bringt zähe und zarte Pflanzen gleichermassen hervor. So konnte der Vorstand Mitte 2025 neu besetzt werden: Adelheid Karli (Co-Präsidium, Vertreterin von HEKS-Gärten), Florim Sabani (Co-Präsidium, Vertreter vom UrbanenGrünAtelier UGA), Fiona Schlumpf (Kassierin, Vertreterin von HEKS-Gärten) und Mélanie Hangartner (Kommunikation).
Ebenfalls grosse Freude hat uns bereitet, dass das Restaurant mit dem Ladengeschäft im Erdgeschoss wieder besetzt wurde. Sandra König hat den Unverpacktladen ‚GanzOhni‘ aus dem Quartier St.Georgen übernommen und ist damit zu uns in den Lattich gezogen. Somit ist es seither wieder möglich, bei einem feinen Kaffee und einem Stück Kuchen einen Schwatz zu halten im Lattich.
Mit dem HEKS-Gartenprojekt und dem UrbanenGrünAtelier bespielen integrative Gartenprojekte den Lattich-Aussenraum und die Wucherzone. Und ganz nach Stahlbergers Motto „Jedä Scheiss isch ä Chance“ wagte der Verein einen neuen Anlauf punkto Baugesuch. Dieses Baugesuch, welches nur die jetzigen Gartennutzungen umfasst, konnte Ende 2025 bei der Stadt eingereicht werden. Dabei durften wir auf das Know-How von Christine Egli zurückgreifen. Selbstverständlich hat Alex Keller auch gegen das neue Baugesuch Einsprache erhoben. Ein Entscheid der Stadt steht noch aus – wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir diese Baubewilligung der Stadt erhalten werden.

So oder so hat der Verein mit viel Lust und Freude die Planung eines Lattich – Gartenfestes an die Hand genommen. So laden am 08.08.2026 die Gärten von HEKS, UrbanesGrünAtelier, alle Zwischenorte und Allmenden und das GanzOhni zu einem Jubiläumsfest zum 10-jährigen Bestehen des Vereines ein. Und dort wo der Verein letztes Jahr mit sich selbst beschäftigt war, sprangen die Mitglieder und Anwesenden im Lattich in die Bresche. Flohmarkt im Lattich, Deutsch sprechen zwischen Blumen und Gemüse, Laufen im Kreis mit Ping und Pong, Les Digitales Festival St.Gallen, Lattich Gartenfest, Spielenachmittage der Rule Factory, Designweek – dieser kleine Auszug aus dem monatlichen Newsletter zeigt, dass nach wie vor vieles geht im Güterbahnhofareal.

Nicht jede Vision wird zum Projekt. Und manchmal werden Dinge zu Projekten, wo es gar keine Vision gab. Der Vorstand lotet auch im Jahr 2026 Möglichkeitsräume aus und wuchert dort, wo keine Einsprachen möglich sind. Wir freuen uns auf ein aufregendes 2026!

Florim Sabani / Adelheid Karli / Christine Egli

26.03.2026
YOGA AUF DEM DACH

Petra von LineupYoga bietet ab Anfang Mai bis Ende August auf der Lattich Dachterrasse Yoga Stunden an.

Jeden Samstag, 08.30-10.00 Uhr und Mittwoch 12.15-13.15 Uhr (exkl. 27.6. und zwei Wochen Sommerferien)
Zusätzlich am Sonntag, 03.05. Yoga-Workshop
Optional Caffè, Zmittag oder Ayurveda-Brunch @GanzOhni

Nur bei schönem Wetter!
Anmeldung und genauere Infos über Durchführung hier: lineupyoga.ch

17.02.2026
Nach Alnatura-Aus: GanzOhni übernimmt Teile des Sortiments

In St.Gallen kann weiterhin unverpackt eingekauft werden

Mit der Schliessung aller Alnatura-Filialen in der Schweiz per 1. Januar ist für viele Kundinnen und Kunden ein vertrauter Ort für den Bio-Einkauf verschwunden. In St.Gallen reagieren kleinere Läden auf diese Lücke – allen voran das GanzOhni im Lattich Quartier, das Teile des bisherigen Alnatura-Sortiments übernommen und sein Angebot gezielt erweitert hat.

Den ganzen Artikel in den St. Galler Nachrichten vom 31.01.2026 findet ihr hier.

1.12.2025
LATTICHMARKT – KALT&KULTIG

Jeden Samstag im Advent haben wir im Lattich offene Module von 10-15 Uhr (Handwerk, Design, Keramik, Fotografie, Olivenöl, Lernort undundund) – dazu immer Glühwein, Kaffee und Kuchen im GanzOhni.

Zudem als Special:
29.11. Musik von Enrico Lenzin im GanzOhni
6.12. Garnhandwärch Katja Frefel im GanzOhni: Chlausesäckli besticken, können danach auch als Säckli für Gemüse- oder sonstiges Auffüllen im Ganzohni verwendet werden
13.12. Garnhandwärch Katja Frefel im GanzOhni: Trockenfilzen mit Schafwolle, zB. Dekosterne, Wärmesohlen, Tierli….
20.12. Garnhandwärch Katja Frefel im GanzOhni: Windlicht gestalten mit Stickereiresten/hauchzarten Stoffen und Naturmaterialien
20.12. Treffen an der Feuerrakete mit dem Verein Lattich zum Einläuten der Weihnachtszeit

 

27.10.2025
BERICHT IM SRF REGIONALJOURNAL ÜBER DEN STAND DER DINGE IM LATTICH

Wie geht es der Zwischennutzung «Lattich»?
Im Sommer trat der gesamte Vorstand zurück.
Ein Besuch bei der Zwischennutzung auf dem Güterbahnhofareal in der Stadt St. Gallen.
Vielen Dank an Christian Masina für den tollen Bericht!
HIER GEHTS ZUM BERICHT (ab Minute 14.50)

 

24.10.2025
NEU IM LATTICH: LERNORT BIENENSTOCK

Als Alternative zum klassischen Schulsystem ist der Lernort Bienenstock Teil des St. Galler Bildungsangebots.
Hier wird eine gesetzlich anerkannte, ganzheitliche Lernform ausserhalb der Volksschule geboten.
Am Samstag, 8.11. laden wir ein zum Tag der offenen Türe!
Anja Büchler & Tara Epprecht

Mehr Infos zum Tag der offenen Tür in der Agenda weiter unten

im Mach.Mol.Stgallen, Lattich Modul 3.07

 

 

4.08.2025
KURSWECHSEL BEIM VEREIN LATTICH: FOKUS NEU AUF GARTENPROJEKTE

Ein Einsprecher nutzt den bestehenden rechtlichen Rahmen aus und verhindert jegliche Entwicklung des Güterbahnhofareals. Die Pioniere der Zwischennutzung verlassen das Areal und der Verein Lattich muss sein Ziel aufgeben, die Zwischennutzung als städtebauliches Labor für die spätere definitive Gestaltung des Areals weiter zu entwickeln. Künftig liegt der Fokus auf Gartenprojekten mit komplett erneuertem Vorstand.

Der Lattich Bau als Kernstück bleibt indessen bis mindestens Ende 2029 bestehen. Er bietet rund 50 kleinteilige Arbeitsräume für Jungunternehmen, welche bis heute meist voll vermietet sind. Eine St. Galler Erfolgsgeschichte, die über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet.

5.06.2025
CAFFÈ LATTICH

Manches bleibt, manches ist neu – daraus entsteht ein besonderer Ort: ‚ganzohni‘ eröffnet das ‚caffè lattich‘

Ein Ort der Begegnung, der Nachhaltigkeit und des Genusses erwartet euch.
Wir verarbeiten Produkte aus der Region, zum Zmittag, zum Apéro oder einfach für zwischendurch.

Der Garten, ein Ort zum Verweilen  – mitten in der Stadt, ganz entspannt.
Wir sind von Dienstag bis Samstag für euch da.

Bem-vindo im caffè lattich!
Sandra, Simone & João

insta info: @ganzohni.stadt

 

5.06.2025
GÄRTEN GEGEN DAS FREMDSEIN

Was passiert, wenn man Erde, Samen und Menschen aus aller Welt zusammenbringt? Im besten Fall entsteht ein Garten. Im schönsten Fall entsteht ein Zuhause. Genau das gelingt seit über zehn Jahren im Rahmen des Projekts «HEKS Neue Gärten Ostschweiz». Mittendrin: Adelheid Karli, 56, Gärtnerin, Sozialpädagogin und Gartentherapeutin aus Teufen. Als Standortverantwortliche in der Stadt St.Gallen und Kreisverantwortliche begleitet sie mit Herzblut Menschen, die in der Schweiz neu anfangen – und denen der Garten oft mehr gibt als nur frisches Gemüse.

Inklusion beginnt im Beet

«Viele Menschen, die zu uns kommen, sind aus ihrer Heimat entwurzelt – hier dürfen sie wieder Wurzeln schlagen», sagt Karli. Die Gärten sind für viele Teilnehmende ein sicherer Ort inmitten einer oft fremden Welt. Sprache, kulturelle Codes, Isolation – all das erschwert die Integration. Im Garten hingegen zählt, was man mitbringt: Hände, Erfahrungen, Geschichten. Die Projektstandorte – etwa in Arbon, Rorschach, Lichtensteig, Chur oder St.Gallen – sind bewusst niedrigschwellig konzipiert. Mitmachen können alle, die bereit sind, regelmässig mitzugärtnern. Vorkenntnisse? Nicht nötig. Sprachkenntnisse? Nicht Voraussetzung. Was zählt, ist der Wille zur Begegnung. Beim gemeinsamen Arbeiten lernen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft kennen, unterstützen sich gegenseitig und finden über das Gärtnern zu einer gemeinsamen Sprache – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. «Im Garten lernen die Teilnehmenden nicht nur etwas über biologischen Anbau, gesunde Ernährung oder Umwelt», so Karli. «Sie lernen auch, dass sie dazugehören.»

Ein Ort, der Perspektiven sät

Gerade für Menschen mit Fluchterfahrung oder in prekären Lebenslagen bietet der Garten Struktur und Stabilität. Die regelmässigen Treffen, Workshops und Veranstaltungen – etwa zu Themen wie Klimaschutz, nachhaltigem Konsum oder Gesundheitsförderung – schaffen Verbindlichkeit und Orientierung. Viele Teilnehmende erleben im Garten zum ersten Mal seit langem wieder Selbstwirksamkeit: Sie übernehmen Verantwortung, entscheiden und gestalten mit. Dabei ist das Projekt nicht als Einbahnstrasse gedacht. Auch die Schweizer Gesellschaft profitiert: von interkulturellem Austausch, lebendigen Quartieren mit grünen Oasen und einer inklusiveren Nachbarschaft. Die «Neuen Gärten» stehen allen offen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Sie machen sichtbar, wie Integration gelingen kann – jenseits von Behörden und Formularen.

Gemeinschaft, die bleibt

Dass das Konzept im «Lattichgarten» aufgeht, zeigen die vielen Rückmeldungen: «Im Garten bin ich nicht allein.» – «Ich habe Freundschaften gefunden.» – «Ich lerne nicht nur über Pflanzen, sondern auch über das Leben hier.» Für viele ist der Garten ein Ort, an dem sie wachsen – ganz im eigenen Tempo. Auch Seniorinnen und Senioren finden hier einen Platz und bringen ihr Wissen und ihre Lebenserfahrung ein. Kinder spielen zwischen den Beeten, Nachbarinnen und Nachbarn kommen vorbei, um an einem Workshop teilzunehmen oder gemeinsam zu kochen. Im besten Fall entsteht so eine solidarische, diverse Gemeinschaft – mitten im urbanen Raum. «Was mich besonders freut, ist die Vielfalt der Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen», sagt Karli. «Wir haben Akademikerinnen aus dem Iran neben ehemaligen Bauern aus Afghanistan, Rentnerinnen aus der Stadt neben jungen Vätern aus Eritrea.» Kooperationen mit lokalen Akteuren wie tiRumpel, UGA (Urbanes Grünatelier, Verein Lattich, Valida, GIB, Pro Senectute oder der Stadtbibliothek bringen neue Impulse. Der rote Container, der letztes Jahr bezogen wurde, ist inzwischen ein Zentrum für Austausch, Begegnung und Bildung – und wird auch künftig für thematische Veranstaltungen genutzt, beispielsweise zu Migration, Klima oder Gesundheit.

Die Zukunft ist gepflanzt

2025 wird ein buntes Gartenjahr – mit Workshops, Gartenfesten, Erzählrunden und neuen Gesichtern. Alle sind eingeladen, mitzugärtnern oder einfach mal vorbeizuschauen. Denn eines ist klar: Gesellschaftliche Teilhabe beginnt im Kleinen. Und manchmal beginnt sie in einem Beet. «Ich sehe, wie Menschen durch das Gärtnern aufblühen», sagt Adelheid Karli. «Und das ist das schönste Ergebnis unserer Arbeit.»

Mehr Informationen unter: www.heks.ch/neuegaerten

Von Benjamin Schmid

Artikel in den St. Galler Nachrichten vom 25.5.2025